Milchstau was tun?

Informationen die jede stillende Mutter braucht

Hast du eine harte, schmerzende Brust oder harte Knoten in der Brust? Zusätzlich noch Kopfschmerzen, leichtes Fieber oder du fühlst dich einfach nicht wohl? Dann hast du höchstwahrscheinlich einen Milchstau. Hier findest du eine Anleitung, wie du den Milchstau schnell loswirst und du dich so wieder voll & ganz auf dein Baby konzentrieren kannst! Zudem erfährst du warum der Milchstau auftreten kann und ob es eine Möglichkeit gibt, den Milchstau zu vermeiden.

In der Stillzeit kommt fast keine Mutter um einen Milchstau. Deshalb ist es wichtig für jede stillende Mutter zu wissen, wie man einen Milchstau behandelt und was zu beachten ist.

Der erste Milcheinschuss kommt ca. drei Tage nach der Geburt. Dann solltest du schauen, dass die Brüste vom Baby regelmäßig leer getrunken werden, ansonsten kommt es zum ersten Milchstau. Im laufe der Stillzeit kann es immer wieder zum Milchstau kommen, die Brust verhärtet sich, fängt an zu schmerzen und ist empfindlich.

Milchstau was tun?

Was ist ein Milchstau?

Bei einem Milchstau, staut sich die Milch in einem Teil der Brust oder in der ganzen Brust. Das passiert, weil das Baby einzelne Brustbereiche nicht leer getrunken hat und immer mehr neue Milch dazukommt. Schlussendlich kann die Milch nicht mehr abfließen und das führt zum Milchstau.

Was sind die Gründe vom Milchstau?

  • Stress. Eine junge Mutter kommt meistens nicht um Stress herum. Regelmäßig gibt es kurz nach der Geburt Besuch von Familie, Freunden und Bekannten, dazu kommt meistens Schlafmangel, Überforderung, zu viel Arbeit, usw.
  • Das Kind trinkt auf einmal weniger – besonders in Phasen wo der Wachstumsschub vorbei ist und das Baby von heute auf morgen nicht mehr soviel trinkt. Die Milchproduktion muss sich wieder verringern, aber das geht meistens nicht ganz so schnell und schon ist ein Milchstau da
  • Die Mutter hat sehr viel Milch, das Angebot ist größer als die Nachfrage
  • Zu enger und schlechtsitzender BH
  • Ungünstige Stillhaltung
  • Verstopfte Milchkanäle, hier nähere Informationen
  • Stillhütchen können auch einen Milchstau begünstigen

Wenn du den Milchstau aufgrund von einem Wachstumsschub hast oder weil dein Angebot von Milch größer ist als die Nachfrage, dann kannst du leider nichts dagegen machen.

Aber du kannst prüfen ob dein BH nicht zu eng und schlecht sitzt, du deine Stillhaltung verändern musst oder ob du deinen Stress etwas verringern kannst, indem du deine Prioritäten veränderst oder deinen Partner, Mutter, etc. um mehr Mithilfe bittest.

Symptome die bei einem Milchstau auftreten können

  • Die Brust schmerzt und ist empfindlich
  • Die Brust oder Teile der Brust sind verhärtet
  • Kopfschmerzen können auftreten
  • Fieber, Schüttelfrost

Milchstau was tun? Eine Anleitung

  • Wenn der Milchstau aufgrund von Stress kommt, dann solltest du dir in der nächsten Zeit Ruhe gönnen und versuchen zu entspannen.  Evtl. Partner, Mutter, etc. um Hilfe bitten
  • Das Baby sollte weiter gestillt werden! Das Baby sollte jetzt so oft wie Möglich angelegt werden. Babys können den Milchstau verbessern oder sogar ganz lösen. Tipp von meiner Hebamme: Das Baby soll beim trinken, das Kinn an der Stelle haben, wo die harte Stelle ist. Da wo das Kinn ist, da ist die Saugkraft am Stärksten. So trinkt das Baby die Brust wieder weich
  • Schafft das Baby die Verhärtungen nicht rauszutrinken, dann solltest du die Brust ausstreichen oder die Milch abpumpen
  • Bevor die Milch ausgestrichen oder abgepumpt wird, sollte die verhärtete Brust oder Brüste gewärmt werden. Das geht mit: Rotlichtlampe, Wärmekissen, Wärmeflasche, warmes Bad oder warme Auflagen. Dank der Wärme fließt die Milch besser!
  • Anschließend eine kühlende & entzündungshemmende Auflage für die Brüste machen, wie ein Quarkwickel oder Krautwickel
  • Meine Hebamme hat mir empfohlen ein Pfefferminztee zu trinken, wenn ich einen Milchstau habe, das hilft die Milchbildung ein wenig zu stoppen.
Milchpumpe Milchstau

Milchpumpe

Eine Milchpumpe braucht so gut wie jede stillende Mutter. Die Milchpumpe ist die größte Entlastung bei einem Milchstau. Statt alles mit der Hand auszustreichen – was wirklich anstrengend werden kann, kann man stattdessen eine Milchpumpe nehmen.

  1. Es ist effektiver, du bekommst mehr Milch raus – damit kannst du leichter den Milchstau lösen.
  2. Es geht damit schneller, was für die meisten Mütter mit einem kleinen Baby wichtig ist und zudem ist die Brust meistens schneller wieder weich.
  3. Das ist komfortabler, du musst nicht mühevoll alles ausstreichen. Du kannst dich gemütlich hinsetzen und abpumpen.

Du hast die Wahl zwischen eine Handmilchpumpe oder einer elektrische Milchpumpe.

Handmilchpumpe

Die reicht aus um den Milchstau zu lösen und man bekommt mit der manuellen Pumpe auch genug Milch raus!  Für gelegentliches abpumpen, ist die Handmilchpumpe gut geeignet. Zudem ist die leicht, handlich und günstiger als die elektrische Milchpumpe.

Die Milchpumpen von Avent und Meleda Harmony sind zu empfehlen.

  • Bei beiden Milchpumpen kannst du dich in eine entspannte Sitzposition begeben
  • Beide lassen sich leicht anlegen
  • Die lassen sich einfach reinigen
  • Beide ahmen die Saugbewegungen des Babys nach

Speziell bei Meleda Harmony: 2-Phasen Expression Technologie, das bedeutet, die Milchpumpe ahmt am Anfang die Saugbewegungen eines hungrigen Babys nach und wenn die Milch fließt, wird zur langsameren Saugbewegung gewechselt, damit man effizienter die Milch abpumpen kann.

Elektrische Milchpumpe

Wer regelmäßig eine Milchpumpe braucht, für die Mutter ist es sinnvoll eine elektrische zu kaufen. Da die Pumpbewegungen bei einer Handmilchpumpe, mit der Zeit etwas anstrengend werden können. Eine elektrische Milchpumpe ist einfach viel komfortabler. Besonders für Mütter die regelmäßig Milch abpumpen, nicht nur bei einem Milchstau, sondern auch um die Milch einzufrieren oder wegen der Arbeit.

Gute, empfehlenswerte elektrische Milchpumpen sind: Meleda Swing und Avent.

Die Vorteile von diesen zwei Milchpumpen sind:

  • Es können verschiedene Saugstärken eingestellt werden
  • Die ahmen die Saugbewegungen des Babys nach
  • Die sind leicht zu reinigen
  • Leicht in der Anwendung
  • Schnell zusammengebaut
  • Meleda Swing ist auch für unterwegs geeignet
  • Meleda Swing ist für eine Milchpumpe besonders leise, damit ist diskretes abpumpen möglich

Fazit Milchpumpe: Ob eine Handmilchpumpe oder eine elektrische Milchpumpe, ist meistens eine Ansichtssache und natürlich auch eine Preisfrage. Das wichtigste ist, du hast eine Milchpumpe zu Hause. Entscheide dich nur, ob eine Handmilchpumpe oder eine elektrische Milchpumpe. Damit du im Notfall die Milchpumpe gleich zu Hand hast.

Tipp beim Milchstau: Die Milch rauspumpen sollte nicht zur Regel werden. Ansonsten produziert die Brust immer mehr Milch und man kommt in ein Teufelskreis. Also nur das Nötigste ausstreichen oder abpumpen.

Eigene Erfahrung mit Milchpumpen

Ich habe mir die Handmilchpumpe von Avent gekauft und war damit wirklich zufrieden. Da ich nur bei einem Milchstau abgepumpt habe, hat mir eine Handmilchpumpe vollkommen gereicht. Ich habe mir auch die Milchpumpe von der Apotheke ausgeliehen und war von der elektrischen Milchpumpe echt begeistert, das war einfach komfortabler und entspannter. Das macht einfach Sinn, wenn man öfter abpumpen möchte.

Wenn du einen Milchstau hast, kannst du dir bei der Apotheke eine elektrische Milchpumpe kostenlos für einen Monat ausleihen. Dafür brauchst du nur ein Rezept vom Frauenarzt. Danach ist es aber sinnvoller eine eigene anzuschaffen. Damit immer eine zu Hause ist.

Krautwickel & Quarkwickel

Nach dem du die Milch ausgestrichen oder abgepumpt hast, solltest du einen Krautwickel oder Quarkwickel für deine Brust oder Brüste machen. Die Wickel kühlen die Brust und zweitens ist Weißkohl und Quark entzündungshemmend.

Krautwickel
Für den Krautwickel, werden paar Weißkohlblätter genommen und mit einer Teigwalze gewälzt, bis etwas Flüssigkeit vom Weißkohl austritt. Danach werden die Weißkohlblätter auf die Brust gelegt und mit einem Tuch oder Verband fixiert. Das Ganze sollte paar Stunden auf der Brust bleiben.

Als ich einen schmerzhaften und hartnäckigen Milchstau hatte, hat mir meine Schwester einen Krautwickel gemacht, den ich über die ganze Nacht drauf gelassen habe, nur zum Stillen habe ich den kurz zu Seite geschoben. Am nächsten Tag war der Milchstau weg und mir ging es endlich wieder gut. Deshalb empfehle ich den Krautwickel gerne weiter.

Quarkwickel
Beim Quarkwickel streichst du eine dicke Schicht Quark ca. 0,5 cm direkt auf die Brust oder auf ein Tuch. Die Brustwarze sollte dabei ausgelassen werden, damit die sensible Stelle nicht aufgeweicht wird.

Wenn du den Quark direkt auf die Brust streichst, dann solltest du danach ein Baumwolltuch oder Küchenpapier darauf legen.

Wenn du den Quark gleich auf ein Tuch streichst, kannst du das Tuch mit dem Quark einfach auf die Brust legen.

Danach kannst du das ganze noch mit einem Band fixieren oder dich einfach hinlegen. Der Quarkwickel sollte solange auf der Brust bleiben, bis der Quark getrocknet ist. Danach alles mit warmem Wasser abwaschen. Bei Bedarf nochmals anwenden.

Milchstau Hausmittel
Hausmittel bei Milchstau
Was hilft bei Milchstau?

Was sollte immer zu Hause sein?

  • Eine Milchpumpe
  • Pfefferminztee
  • In den ersten Wochen nach der Geburt, sollte am besten auch immer Weißkohl oder Quark da sein

Eigene Erfahrung Milchstau

Ich habe schon einige Milchstaus hinter mir. Meistens sind die aufgetreten nach einem Wachstumsschub meiner Tochter. Von jetzt auf gleich wollte sie weniger trinken und ich bin auf meiner Milch sitzen geblieben.

Meinen ersten und schmerzhaftesten Milchstau hatte ich kurz nach der Geburt. Leider war ich mit dieser Thematik überhaupt nicht vertraut und deshalb war ich kurz vor einer Brustentzündung (Mastitis). Aber zum Glück habe ich eine Mutter, die mir bei diesem Problem geholfen hat. Unter ihrer Anleitung, habe ich beide Brüste massiert und dann die Milch regelrecht rausgepresst, das war extrem schmerzhaft, aber wirklich notwendig. Seit dem weiß ich wie man die harten Stellen wieder weich bekommt.

Leider hatte ich bei meinem ersten Milchstau noch keine Milchpumpe, das hätte mir einiges erleichtert. Ich kann allen schwangeren Frauen nur empfehlen, eine Milchpumpe schon vor der Geburt zu kaufen.

Wann Hebamme oder Arzt?

Am besten, immer die eigene Hebamme um Rat fragen, wenn du dich unsicher fühlst oder die Verhärtungen einfach nicht rausbekommst. Es gibt auch kostenlose Stillberatungen, die jede stillende Mutter nutzen kann.

Wenn die Verhärtungen an der Brust, sich in den nächsten zwei Tagen nicht lösen, dann solltest du die Brust vom Arzt untersuchen lassen. Wenn Schüttelfrost, Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen hinzukommen, solltest du den Arzt aufsuchen.

Fazit

In der Stillzeit hat so gut wie jede Mutter, mindestens einmal einen Milchstau. Leider kann man den Milchstau nicht immer Vorbeugen. Es ist wichtig, den Milchstau so schnell wie möglich zu behandeln.

Das Beste ist, das Baby so oft wie möglich anzulegen, wenn das nicht funktioniert, dann sollte die Milch ausgestrichen oder abgepumpt werden. Jede stillende Mutter sollte für so einen Fall eine Milchpumpe zu Hause haben! Das erleichtert die Situation. Danach sollte die Brust mit einem Krautwickel oder einem Quarkwickel gekühlt und beruhigt werden.

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