Geburtsvorbereitung

Für eine schmerzarme oder schmerzfreie Geburt

(Teil 2)

Im zweiten Teil der Geburtsvorbereitung erfährst Du, wie Du dich von deinen Ängsten befreien kannst, wie Du einen Geburtsplan schreibst und was Du für die Geburt brauchst um Dich geborgen zu fühlen, damit Du besser gebären kannst.

Geburtsvorbereitung Herz

Befreie Dich von deinen Ängsten

Mit welchem Gefühl gehst Du in die Geburt? Hast Du Angst? Hast Du ein leicht mulmiges Gefühl? Oder bist Du vielleicht schon voller Vorfreude und weißt, dass Du die Geburt gut meistern wirst?

Mache Dir bewusst welches Gefühl Du wirklich hast, wenn Du an die Geburt denkst. Wenn Du irgendwelche Ängste hast, dann solltest Du die vor der Geburt auflösen.

Um sich seinen Ängsten zu stellen, musst Du genau wissen:

  1. Was sind meine Ängste?
  2. Von wo kommen die?
  3. Was kann ich machen, um meine Ängste loszuwerden?

Was sind Deine tiefsten Ängste?

  1. Schreibe dir alle deine Ängste auf ein Blatt auf. Alles was Dir einfällt!
  2. Dann überlege Dir von wo die Angst kommt.
    Zum Beispiel hast Du von einer schlimmen & sehr schmerzhaften Geburt von einer Freundin, Bekannte, etc. gehört, im Fernseher eine schmerzvolle Geburt gesehen, vielleicht war deine letzte Geburt traumatisch, etc.

Die Lösung für deine Ängste

Wenn Dir deine Ängste bewusst sind und Du weißt woher die stammen, dann kannst Du gut damit arbeiten.

  • Wenn Du zum Beispiel Angst vor Schmerzen hast, dann mache eine umfassende Geburtsvorbereitung, erlerne die richtige Atmung, mach ein Hypnobirthing-Kurs, etc. Es gibt einige Möglichkeiten schmerzarm/schmerzfrei zu gebären. Du musst Dich aber vorbereiten!
  • Wenn Du selber schon eine traumatische Geburt erlebt hast, dann schreibe Dir genau auf, was alles falsch gelaufen ist. Notiere genau was Du diesmal besser machen kannst, wie Du bestimmte Situationen aus dem Weg gehen kannst. Dann überlege Dir welches Wissen Du brauchst, um eine andere Erfahrung zu machen

Für mich war meine erste Geburt traumatisch. Deshalb hatte ich am Anfang meiner zweiten Schwangerschaft richtig  Panik, als mir klar wurde, dass ich in einigen Monaten wieder gebären muss. Ich musste mich nach fast 3 Jahren, meinen Ängsten von der ersten Geburt stellen.

Als erstes habe ich alles aufgeschrieben was mir Angst macht und was nicht gut gelaufen ist. Danach wurde mir klar: So werde ich NIE wieder mehr gebären. Die erste Entscheidung war: Die Geburt soll zu Hause stattfinden und nicht im Krankenhaus. Der zweite Schritt war: Ich habe mir Bücher gekauft, um mich zu informieren wie eine gute Geburt aussieht und wie ich selbstbestimmt gebären kann.

Ich habe mich für meine zweite Geburt mental und körperlich vorbereitet. Am Ende der Schwangerschaft war es endlich soweit: Ich hatte keine Angst mehr – Ich habe mich sogar auf die Geburt gefreut. Mir war klar, alles was bei der ersten Geburt falsch gelaufen ist, wird mir nicht mehr passieren. Zusätzlich bin ich innerlich so stark geworden, dass für mich nur noch eine selbstbestimmte Geburt in Frage kam – wo ich entscheide was ich brauche.

Wenn Du auch eine traumatische oder schmerzhafte Geburt hattest, dann eigne Dir das Wissen und die Fähigkeiten an, um nicht nochmal das Gleiche zu erleben.

  • Wenn Du Angst hast, dass es Komplikationen geben könnte, dann informiere Dich wie hoch die Wahrscheinlichkeit wirklich ist. Meistens werden nur die schlimmen Dinge weitererzählt und nicht die Guten. Wenn diese Ängste sehr stark sind, kannst Du mit  deiner Hebamme oder Frauenärztin darüber reden. Meistens nehmen sich Hebammen mehr Zeit für einen.

Egal welche Ängste Du hast, Du solltest die vor der Geburt lösen. Ansonsten wirst Du mit deinen Ängsten während der Geburt konfrontiert. Das erschwert die Geburt! Du gerätst schneller unter Panik und dein Körper kann nicht mehr so gut arbeiten. Dadurch hast Du noch mehr Schmerzen und die Gefahr für Komplikationen steigt.

Mache Dir einen Geburtsplan

Geburtsvorbereitung
Wie willst Du gebären?
  • Frei und eigenständig? Nach dem eigenen Bedürfnis?
  • Muss immer jemand dabei sein oder reicht es Dir, wenn deine Geburtsbegleitung in der Nähe ist?
  • Welche Geburtspositionen möchtest Du nutzen?
Welche Atmosphäre brauchst Du um Dich geborgen zu fühlen?
  • Welchen Ort würdest Du instinktiv wählen? Ist es die Klinik, ein Geburtshaus, dein zu Hause oder vielleicht im Freien?
  • Wer soll bei der Geburt dabei sein?
  • Wie kannst Du die Umgebung von deinem Geburtsort, für Dich angenehm gestalten? (Musik, Kerzen, Blumen, etc.)
Welche Schmerzlinderung möchtest Du in Anspruch nehmen?
  • Homöopathische Schmerzmittel, Aromatherapie, Akkupunktur, etc.?
  • Chemische Schmerzmittel?
  • Möchtest Du eine PDA?
  • Oder willst Du die Schmerzen eigenständig bewältigen? Mit der richtigen Atmung, Visualisierung, Affirmationen, Kirschkernkissen, TENS-Gerät, etc.
Welche Kontrollmaßnahmen möchtest Du haben?
  • Wie oft sollen die kindlichen Herztöne überwacht werden?
  • Oder wünschst Du dir vielleicht keine technische Überwachung?
  • Möchtest Du vaginal untersucht werden? Oder möchtest Du die Geburt einfach geschehen lassen?
Hebamme
  • Brauchst Du eine Hebamme die dir Anweisungen gibt oder sich eher zurückhält?
Was ist wenn dein Kind von Dir, auf Grund von einem Notfall, getrennt wird?
  • Wer bleibt beim Kind?
  • Dürfen die Ärzte allein entscheiden was das Richtige für dein Kind ist oder möchtest Du ein Mitspracherecht haben?
Das Wochenbett
  • Möchtest Du, dass eine Hebamme die ersten Wochen nach der Geburt nach Dir und deinem Baby schaut?
  • Wer kümmert sich um den Haushalt, die Einkäufe, das Kochen, evtl. um weitere Kinder?
  • Wer macht die Behördengänge?

Geburtsbegleitung

Wenn möchtest Du während der Geburt dabei haben?

Das solltest Du genau wissen. Du solltest Dich vor den Anwesenden gut und sicher fühlen. Wer kann Dich unterstützen und lässt Dich während der Geburt bestimmen und führen? Ist dein Partner dafür geeignet oder vielleicht doch lieber deine Schwester oder Freundin?

Treffe eine Entscheidung, mit der Du dich wohl fühlst.

Geburtsboard

Auf ein Geburtsboard kommen alle wichtigen Punkte drauf, die Du während der Geburt in Erinnerung rufen möchtest. Wie z.B. Ein Bild von einer Rose (siehe Visualisierung Geburtsvorbereitung Teil1), Worte oder Sprüche die Dir Mut machen oder Kraft verleihen,  Affirmationen, etc.

Ich habe mir ein Geburtsboard gemacht und an der Stelle hingestellt, wo ich mich während der Geburt am meisten aufhalten wollte. Mir hat es gut getan während einer Wehenpause draufzuschauen und alles nochmal bewusst zu machen. Besonders das Lächeln wollte ich während der Geburt nicht vergessen.

Was brauchst Du für die Geburt?

Überlege Dir was Du bei der Geburt dabei haben willst, was Dir Kraft & Mut schenkt, was Dich entspannen lässt und was Dich mit deinem Inneren verbindet.

Das könnte zum Beispiel  eine schöne Kerze, ein geliebter Duft, die Lieblingsmusik, bestimmte Kleider, eine Kette, ein Stein, etc. sein

Geburtskerze: Kaufe oder bastel Dir eine Geburtskerze. Sobald die Geburt losgeht, zündest Du die an. Das ist ein Ritual, um dich bewusst auf die Geburt einzulassen.

Duft: Brauchst Du einen bestimmten Duft, damit Du dich richtig entspannen kannst? Dann schau, dass Du den während der Geburt dabei hast.

Musik: Wenn Du dich besser mit Musik entspannen kannst, dann stell dir eine CD mit den Liedern zusammen die Du magst und die Dich entspannen. Hör dir die Musik während der Geburt an.

Kleidung: Zieh dir deine Wohlfühl-Kleider an. Kleidung in dene Du dich gut bewegen und auch schnell ausziehen  kannst.  Wenn Du im Krankenhaus entbindest, solltest Du deine Kleidung während der Geburt tragen und nicht ein Krankenhauskittel.

Geburtsvorbereitung

Essen nach der Geburt

Das Essen nach der Geburt, solltest Du nicht unterschätzen. Während der Geburt verlierst Du sehr viel Energie. Eine Geburt ist wirklich harte Arbeit. Die Geburt wird oft mit einer Bergtour verglichen. Wenn Du mal eine gemacht hast, dann weißt Du wie viel Hunger man danach hat.

Wenn Du im Krankenhaus dein Baby zur Welt bringst, dann ist Nachts die Krankenhausküche geschlossen und Du bekommst meistens nichts mehr zu Essen. Wenn Du nichts isst, ist die Gefahr groß,  dass dein Kreislauf zusammenbricht. Deshalb hab für den Notfall was in deinem Klinikkoffer dabei! Etwas das dir Energie schenkt wie z.B. Müsliriegel, Nüsse, Energiekugeln, wenn es möglich ist, dann noch ein belegtes Brot, Smoothie, etc.

Wenn Du zu Hause gebären solltest, dann ist es gut, wenn Du was im Gefrierschrank hast. Das Essen kann dann deine Geburtsbegleitung warm machen, sobald Du entbunden hast. Dann wirst Du gleich nach deiner Geburt gut versorgt 🙂

Fazit

Wenn Du eine schmerzarme/schmerzfreie Geburt erleben möchtest, dann musst Du dich darauf gut vorbereiten!

  • Lese gute Bücher darüber (unter dem Artikel findest Du zwei Buchempfehlungen für eine gute Geburtsvorbereitung, mit vielen Tipps und Übungen)
  • Mache täglich Atemübungen
  • Halte deinen Körper fit & gesund, damit Du eine gute und selbstbestimmte Geburt meistern kannst
  • Löse deine Ängste
  • Probiere verschiedene Stellungen aus
  • Überlege dir genau, was Du für die Geburt brauchst, um gut loslassen zu können

Wichtig ist, dass Du es schaffst mit einer Vorfreude und mit einer Selbstsicherheit in die Geburt zu starten. Glaube an deine Fähigkeiten, glaube an deinen Wunderwerk-Körper, glaube daran, dass Du und dein Baby es zusammen schafft. Ich wünsche Dir eine wunderschöne Geburt 🙂

Buchempfehlungen zum Thema Geburtsvorbereitung


Das Buch Instinctive Birth von Isabella Ulrich kann ich wirklich empfehlen. Das Buch zeigt sehr gut auf, dass Du in der Lage bist, dein Kind aus eigener Kraft zu gebären.  

Dieses Buch ist auf Amazon erhältlich.


Das Buch Flow Birthing von Kristina Marita Rumpel finde ich sehr hilfreich um sich voller Freude auf die Geburt vorzubereiten. Es zeigt auf wie Du selbstbestimmt und im Flow gebären kannst. Ich finde das Buch etwas esoterisch, aber ansonsten sehr gut.

Dieses Buch ist bei Amazon erhältlich.

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