9 Vorteile,

die für eine Geburt zu Hause sprechen

Es gibt inzwischen immer mehr Frauen, die ihr Baby zu Hause zur Welt bringen möchten. Trotzdem sind viele werdenden Eltern besorgt, dass eine Hausgeburt nicht sicher genug ist. Ist das Risiko zu Hause wirklich größer als im Krankenhaus? Gebären Frauen im Krankenhaus ihr Baby leichter und unkomplizierter? Erfahre was die Statistik dazu sagt und welche Gründe für eine Geburt zu Hause sprechen.

Hausgeburt

Für die einen hört sich eine Geburt zu Hause wundervoll an, im eigenen, sicheren und gewohnten Heim sein Kind zu gebären. Privat, vertraut und intim.

Andere können sich ihre Geburt nur in einem  Krankenhaus vorstellen. Die bietet anscheinend Sicherheit und das Vertrauen in das medizinische Personal ist sehr groß.

Wer zu Hause sein Kind zur Welt bringen möchte, hört meisten: „Du bist aber mutig“ oder „das ist doch gefährlich“. In den Köpfen der meisten Menschen in den Industriestaaten steckt das Vorurteil, dass eine Hausgeburt ein Risiko für Mutter und Kind bedeutet.

Ist das Risiko wirklich höher? Was sagt die Statistik? Gebären Frauen im Krankenhaus wirklich besser und unkomplizierter?

Was sind die Vorteile von einer Geburt zu Hause?

1. Du bist zu Hause.
Der größte Vorteil von einer Hausgeburt ist, dass man in den eigenen vier Wänden bleiben kann. In der vertrauten und privaten Umgebung. Um sich für eine Geburt besser entspannen zu können „ um loszulassen“, muss man sich wohl, sicher und frei fühlen.

2. Frauen haben weniger, bis gar keine schmerzen bei der Geburt zu Hause.
Dadurch sind Hausgeburten auch nicht so laut, wie in einem Krankenhaus. Meine Hebamme hat mir gesagt, sie hat keinmal erlebt, dass die Nachbarn etwas mitbekommen haben. Das spricht doch für sich!

3. Du hast nur eine Hebamme.
Diese Hebamme hast du in deiner Schwangerschaft kennen gelernt und du kannst ihr im Normalfall vertrauen. Sie kennt deine Ängste und deine Wünsche. In der Klinik hat man mehrere Hebammen, wenn die Schicht zu Ende ist, kommt eine Neue. (Ich hatte während meiner Geburt drei verschiedene Hebammen.) An stressigen Tagen kann es vorkommen, dass keine Hebamme richtig Zeit hat, da sie parallel mehrere Frauen betreuen müssen.

4. Du kannst selbstbestimmt gebären.
Du entscheidest die Gebärposition und nicht das Personal im Krankenhaus, du kannst auf die Toilette gehen und wirst nicht aufgefordert im Liegen dein Geschäft zu verrichten – was sehr demütigend für eine Frau sein kann. Du entscheidest das Tempo, wieviel Ruhe und welche Freiräume du brauchst um selbstbewusst und selbstbestimmt zu gebären.

5. Du bist unbeobachtet vor fremden Blicken.
Bei meiner Geburt im Krankenhaus sollte ich meine Wehen im Krankenzimmer verarbeiten. Das Schlimme: In diesem Zimmer hat meine Zimmernachbarin erst ihr Baby bekommen und hatte sehr viel Besuch da. Wie soll man sich da entspannen oder in Ruhe gebären. Bei all diesen Blicken? Im Flur war es nicht viel besser. Es sind Handwerker durchgelaufen, Besucher kamen durch, andere Schwangere oder Frauen die schon geboren haben erschienen immer wieder im Blickfeld. Ganz toll, wie soll man sich da öffnen und loslassen? Ich musste mir ein ruhiges Zimmer während den Wehen erkämpfen und habe es erst nach Stunden bekommen, aber nur da es an diesem Tag ruhig war. Für mich war diese Situation echt schrecklich und hat die Geburt sehr erschwert.

6. Freiräume während der Geburt.
Du kannst in Ruhe deine Atemübungen ausführen, meditieren, Entspannungsmusik hören, Kerzen anzünden, einen Raumduft wählen, etc.

7. Keine unnötigen Eingriffe werden vorgenommen!
93,2 Prozent der Babys die zu Hause geboren werden, werden vaginal geboren.
Im Krankenhaus hat jede vierte Frau einen Kaiserschnitt, bei jeder dritten Frau werden die Wehen eingeleitet, jede dritte bekommt während der Geburt Wehenmittel verabreicht und mehr als die Hälfte aller Frauen bekommen eine Anästhesie. Bei jeder dritten Gebärenden wird ein Dammschnitt durchgeführt.

8. Die Nabelschnur wird nicht sofort getrennt.
Der Vorteil davon ist, wenn die Nabelschnur nur 15 Minuten lang dran bleibt, ist das Baby für ein Jahr mit Eisen komplett versorgt. Das ist doch der Wahnsinn. Im Krankenhaus nimmt sich niemand 15 Minuten lang Zeit, für diesen sehr wertvollen Prozess. Das finde ich echt erschreckend.

9. Nach der Geburt hast du deine Ruhe.
Du kannst dich in dein vertrautes Bett legen, neben deiner Familie und kannst wieder auftanken.
Ich habe im Krankenhaus keine Ruhe finden können. Immer war was los. Wenn meine Tochter nicht geweint hat, dann das Baby von meiner Zimmernachbarin. Kaum bin ich am morgen eingeschlafen, schon kamen Krankenschwestern oder Ärzte ins Zimmer rein. Dauernd war viel los – ich bin fix und fertig vom Krankenhaus nach Hause gekommen. Ich habe lange gebraucht, mich davon zu erholen.

hausgeburt

Ängste und Sorgen

Viele werdende Eltern machen sich sorgen, dass bei einer Hausgeburt Komplikationen entstehen können und das im Notfall, das Baby und die Mutter nicht schnell genug Hilfe bekommen, etc.
Ist eine Geburt zu Hause wirklich mit Risiko verbunden? Wie sieht die Statistik aus?

Die Statistiken zeigen, dass eine Geburt zu Hause oder in einem Geburtshaus sicher sind. Da die Hebammen die Risiken richtig einschätzen und im Notfall schnell Maßnahmen einleiten. Die Hebammen schätzen nicht nur während der Entbindung die Risiken ab, sondern durch die regelmäßigen Untersuchungen während der Schwangerschaft, sieht eine Hebamme schon ob ein Risiko besteht oder nicht.

Die QUAG e.V (Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe) dokumentiert:
90,5 Prozent der außerklinischen Geburten enden als Spontangeburt. 2,7 Prozent wird mit einer Saugglocke oder Zange unterstützt. 6,8 Prozent haben am Ende einen Kaiserschnitt. Auch die Frauen mit einem Kaiserschnitt, haben keine Nachteile zu den Frauen die von vorne an in der Klinik waren.

Wie sieht eine Hausgeburt aus?

Für eine Hausgeburt brauchst du nicht sehr viel, deine Hebamme gibt dir eine Liste, mit all den erforderlichen Sachen die du während der Geburt, für das Baby und für das Wochenbett brauchst. Damit bist du dann gut für die Entbindung vorbereitet.

Sobald die Fruchtblase platzt oder die Wehen starten kannst du deine Hebamme Tag und Nacht anrufen, da sie Rufbereitschaft hat. Sie ist schnell bei dir und bleibt solange bei dir, wie du es brauchst. Sie ist während der ganzen Geburt für dich zuständig und kann dich besonders gut betreuen, da sie schon deine Wünsche kennt. Wenn es nötig ist, dann versorgt die dich nach der Entbindung und macht die U1 Untersuchung beim Baby.

Viele Eltern haben bedenken, dass eine zu große „Sauerei“ während der Geburt entsteht. Da brauchst du dir keine Sorgen machen, wenn die Geburt zu Ende ist, hast du gerade einen halben Mülleimer voll. Die Folien auf dem Sofa, Bett, etc. sind schnell entfernt.

Wie findest du eine Hebamme?

Im Internet findest du Hebammen die eine Hausgeburt in deiner Gegend anbieten. Es ist zu empfehlen, dass du so schnell wie möglich eine Hebamme suchst, da es nicht viele Hebammen gibt. Und leider auch nicht sehr viele, die eine Hausgeburt anbieten.

Das erste Treffen ist da, um sich kennen zu lernen und um die vielen Fragen, die bei einer Hausgeburt entstehen können, zu klären. Danach kannst du dich entscheiden, ob du dir eine Geburt zu Hause vorstellen kannst oder nicht.
Mir hat das erste Gespräch mit meiner Hebamme sehr gut getan. Danach war ich mir zu 100 Prozent sicher, dass die nächste Geburt eine Hausgeburt wird. Sie konnte mir meine Ängste nehmen und hat mich super beraten.

Die meisten Hebammen die eine Hausgeburt anbieten, führen auf Wunsch alle Untersuchungen während der Schwangerschaft durch (die meisten bieten kein Ultraschall an). Hebammen dürfen auch den Mutterpass ausstellen. Zusätzlich bieten die einen Geburtsvorbereitungskurs und einen Rückbildungskurs an. Des Weiteren macht die Hebamme nach der Geburt die Hausbesuche bei dir. Da schaut sie ob es dir und deinem Baby gut geht, unterstützt dich bei der Babypflege und hilft bei Stillfragen. Wenn du stillst, dann ist die Hebamme die ganze Stillzeit für dich Zuständig.
Die Kosten während und nach der Schwangerschaft werden von der Krankenkasse übernommen. Nur die Rufbereitschaft, wird meistens nur teilweise von der Krankenkasse übernommen.

Fazit

Die Hausgeburt ist sicher, dass bestätigt die Statistik. Es gibt viel weniger Eingriffe und die Frauen können schneller und leichter gebären. Wenn du eine Hebamme bei deiner Geburt dabei haben möchtest, dann ist eine vertraute Hebamme die deine Wünsche kennt, Gold wert.
Du hast bei einer Hausgeburt viel mehr Vorteile als im Krankenhaus. Wenn du bei dir zu Hause nicht gebären kannst, dann ist ein Geburtshaus die nächstbeste Lösung. Schenke dir und deinem Baby eine gute Geburt. Eine Geburt in der du selbstbestimmt gebären kannst und nicht andere für dich die Entscheidungen treffen.

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